20.05.2013

Die Entstehungsgeschichte der amtlichen Regelung

Das amtliche Regelwerk entstand in einem gut zwanzig Jahre währenden Diskussionsprozess. Im Jahre 1987 auf deutscher Seite von Bundesinnenministerium und Kultusministerkonferenz in Auftrag gegeben, unterbreitete die am Institut für Deutsche Sprache angesiedelte Arbeitsgruppe im Jahre 1989 einen ersten Vorschlag.

Dieser wurde auf zwischenstaatlicher Ebene vom Internationalen Arbeitskreis für Orthographie aufgenommen und erschien 1992 in überarbeiteter Fassung. Beide Fassungen unterscheiden sich von dem späteren amtlichen Regelwerk u.a. darin, dass sie Vorschläge zu einer grundsätzlichen Reform der Laut-Buchstaben-Schreibung (z.B. Keiser statt Kaiser) und zur Substantivkleinschreibung enthalten.

Das amtliche Regelwerk lag 1995 als Beschlussvorlage vor. Es trat zum 1. August 1998 in Kraft und wurde 2004 partiell geändert. Die Fassung 2004 diente dem Rat für deutsche Rechtschreibung als Ausgangsbasis für seine Änderungsvorschläge.

Literaturangaben

1989: Kommission für Rechtschreibfragen des Instituts für deutsche Sprache (Hg.): Zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung. Der kommentierte Vorschlag der Kommission für Rechtschreibfragen des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim, und die Stellungnahme der Gesellschaft für deutsche Sprache, Wiesbaden. Düsseldorf 1989.
 
1992: Internationaler Arbeitskreis für Orthographie (Hg.): Deutsche Rechtschreibung: Vorschläge zu ihrer Neuregelung. Tübingen 1992.
 
1995: Internationaler Arbeitskreis für Orthographie (Hg.): Deutsche Rechtschreibung: Regeln und Wörterverzeichnis; Vorlage für die amtliche Regelung. Tübingen 1995.
 
1998: Deutsche Rechtschreibung: Regeln und Wörterverzeichnis; Text der amtlichen Regelung. Tübingen 1996.
 
2004: Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung (Hg.): Deutsche Rechtschreibung: Regeln und Wörterverzeichnis; amtliche Regelung. Tübingen 2005.